Auf brennendem Eis

(On Deadly Ground) USA 1994, R: Steven Seagal, 100 Min.

Forrest Taft ist Sprengstoffexperte. Er hat seine großen Auftritte, wenn mal wieder ein Bohrturm brennt und das auslaufende Öl auch noch die letzten Tiere Alaskas bedroht. Taft bemerkt, daß die Brände Folgen von mangelhaftem Material sind, wird aber trotz Opfer eines Anschlags des Unternehmers Michael Jennings (Michael Caine). Mit Hilfe eines Eskimo-Stammes kommt Taft zurück ins Gefecht, um die Natur des ganzen Globus zu retten. Die Feuerwerker Hollywoods freuten sich, denn das Finale von "Auf brennendem Eis" ist ein einziges Flammenmeer. Von den Weisheiten der Eskimos (eigentlich müßte man sie ja anders nennen), die den Mittelteil des Films anfüllen blieb nichts übrig. Nur die Fähigkeiten des gelackten Action-Darstellers Steven Seagal ("Hard to Kill", "Alarmstufe Rot"), dem selbst die größte Explosion keine Härchen auf dem glatten Gesicht krümmen kann, schlagen ein. Doch selbst die Szenen, die Segal seinen Action-Fans bietet, funktionieren nicht: Kaum taucht ein Gegner auf, der zu besiegen wäre, holt Seagal aus und - der Film geht plötzlich an einer anderen Stelle weiter.Seagal produzierte, inszenierte und spielte die Hauptrolle dieses öligen Ökodramas. Einerseits zeigt die löcherige und den (Film-) Gesetzen von Zeit und Raum widersprechende Handlung, daß Seagal und sein Cutter Robert E. Ferretti nicht alle Grundregeln des filmischen Erzählens beherrschen. Eine Teilschuld an den teilweise schon albernen Löchern im Erzählfluß haben aber auch der deutsche Verleih und unsere Abgeordneten im Bundestag. Deutlich ist, wie brutale Szenen mit der Heckenschere 'rausgeschnitten wurden, um dem Film eine FSK-Freigabe "ab 16 Jahre" zu ermöglichen. Seit Beginn dieses Jahres muß nämlich für Filme "ab 18" von den Kinobetreibern der normale Steuersatz gezahlt werden. Die Möglichkeit, den Kinobesuch als steuerlich günstigere "Kulturveranstaltung" zu verkaufen, entfällt. Dieses Gesetz trifft nicht nur besonders brutale Filme, auch besonders anspruchsvolle oder kleine Produktionen, die sich eine Bewertung der FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmindustrie) nicht leisten können, werden so für die Kinobetreiber immer unattraktiver.


Eine Kritik vonGünter H.Jekubzik

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