Immortal

Fr 2004 (Immortel - ad vitam) Regie: Enki Bilal mit Linda Hardy, Charlotte Rampling, Thomas Kretschmann 105 Min.

Zwiespältig

Man kann schon von einer neuen Ära des Kinos sprechen, betrachtet man die ersten Filme, die computeranimierte Welten mit realen Schauspielern verbinden. Sicher, Blue-Screens und digitale Nachbearbeitung gab es auch schon früher, aber kein Film verband sie bislang zu einem dermaßen stilisierten Ganzen, wie es „Sky Captain“, „Sin City“, der japanische „Casshern“ oder die französische Produktion „Immortal“ vermögen. Regisseur und Comiczeichner Enki Bilal („Tykho Moon“) kam die neue Technik gerade recht, ermöglichte sie ihm doch seine gezeichneten Romane eins zu eins auf die Leinwand zu übertragen.

Bilal erschafft dabei ein ganzes Universum, um den Freiheitskämpfer Nikopol (Thomas Kretschmann), der durch einen Unfall ein Jahr zu früh aus seinem 30jährigen Schlaf geweckt wurde. Schon bald sind die Häscher des korrupten Senators Allgood hinter ihm her. Was Nikopol aber noch mehr zu schaffen macht, ist jene Pyramide der Götter, die seit einigen Tagen über Manhattan schwebt. Horus, einer ihrer Bewohner, hat in Nikopol eine perfekte Hülle gefunden, um seine Unsterblichkeit zu sichern. Der Gott des Lichts muss hierzu die mysteriöse Halbgöttin Jill (Linda Hardy) finden und schwängern, bevor sieben Tage vergangen sind und die Pyramide wieder verschwindet.

So komplex und kompliziert die hier in wenigen Sätzen zusammengefasste Story klingt, so stellt sie sich auch in Bilals Film dar. Basierend auf zweien seiner Romane, gelingt es ihm nicht immer die Komplexität seines Universums in 100 Minuten zusammen zu fassen. Hin und wieder stellt sich der „Dune“-Effekt ein und der Zuschauer ist schlichtweg überfordert, von dem bildgewaltigen Konstrukt, dass Bilal schuf. Visuell gelingt ihm allerdings ein nicht immer perfektes, aber höchst beeindruckendes Katz-und-Maus-Spiel in der lebendigen Welt einer möglichen Zukunft.

Eine Kritik von Lars Tunçay

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