Allein

D 2005 Regie: Thomas Durchschlag mit Lavinia Wilson, Maximilian Brückner, Richy Müller, Victoria Mayer 88 Min

Allein lassen

Kein Zweifel, Maria (Lavinia Wilson) ist allein. Wenn sie durchs Nachtleben streift, sich wahllos mit Männern abgibt, nach dem Sex, am Tag danach. Selbst wenn sie mit ihrer einzigen Freundin Sarah (Victoria Mayer) zusammen ist, bleibt sie verschlossen und in ihrer eigenen Welt. Der versucht sie durch Alkohol und selbst zugefügtem Schmerz zu entkommen. Bis sie den netten Tiermedizin-Studenten Jan (Maximilian Brückner) kennen lernt. Die beiden verlieben sich ineinander und Maria glaubt erstmals jemanden gefunden zu haben, bei dem sie sich geborgen fühlt. Bis Jan verreist und sie ihr altes Leben wieder einholt.
„Allein“ ist eines dieser typischen Autorenfilmdebüts, bei denen man das Gefühl nicht los wird, dass der Regisseur das Drehbuch besser aus der Hand gegeben hätte. Filmisch weiß das erste Projekt des Filmhochschülers Thomas Durchschlag durchaus zu gefallen. Sein Drehbuch kann sich aber aus der Klischeehaftigkeit in keiner Szene befreien. Es hangelt sich von einer expliziten Sexszene zum nächsten, in Klavier-Molltöne getauchten Trinkexzess und wird dazwischen gefüllt mit viel zu einfachen Dialogen und vorhersehbaren Ereignissen. Überhaupt macht es sich Durchschlag zu einfach. Sowohl das Thema „Borderline“, die psychische Störung, an der Maria leidet, als auch die Liebesgeschichte bleiben seltsam flach und angedeutet. Lavinia Wilson („Schussangst“) ist mit der Darstellung sichtlich überfordert und scheitert letztlich, ebenso, wie der wie immer entwaffnend sympathisch wirkende Maximilian Brückner („Männer wie wir“) an dem halbgaren Skript. So dient „Allein“ am Ende nur als Anschauungsmaterial für Filmstudenten, wie man es bitte nicht machen sollte.

Eine Kritik von Lars Tunçay

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